Probier das mal.

Das hier ist keine Unterrichtsstunde. Niemand versucht, dich zu reparieren, zu diagnostizieren oder zu bewerten.

Nur ein paar Minuten. Ein paar kleine Experimente. Vielleicht gehst du danach ein bisschen leichter.

~7 Minutenkeine Aufzeichnungkein Urteil

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Zuerst · Atmen

Um irgendwo anzukommen, erst einmal langsamer werden.

Halte das Licht gedrückt und atme langsam ein.

Atme nicht forciert und halte den Atem nicht an; du bestimmst das Tempo. Wenn dir schwindelig wird oder du dich unwohl fühlst, lass los und kehre zu deiner normalen Atmung zurück. Wenn du Asthma, COPD, eine Herzerkrankung oder Panikattacken in der Vorgeschichte hast, kannst du diesen Schritt überspringen.

Wenn der Körper langsamer wird, folgt der Geist. Es gibt keine Gefahr; du bist einfach hier.

Erster Stein · Zuhören

Ein Freund hat dir gerade das geschrieben.

Ich hatte einen furchtbaren Tag. Ich habe im Meeting meine Idee vorgestellt, und sie wurde vor allen einfach abgetan. Als wäre ich gar nicht da gewesen.
Probier das mal

Bevor du heute jemandem antwortest, gib mit eigenen Worten wieder, was du gehört hast: „Du hast dich also … gefühlt.“

Welche Antwort kommt dir zuerst in den Sinn? Sei ehrlich, hier gibt es keine Noten.

Zweiter Stein · Nicht alles dreht sich um dich

Du hast eine Nachricht geschickt. Zwei blaue Haken. Drei Stunden keine Antwort.

ich „Er ist sauer auf mich.“ „Hab ich was falsch gemacht?“ „Ich bin ihm egal.“ Seine Mutter liegt im Krankenhaus. Steckt in einem Meeting fest. Gelesen, wollte antworten, vergessen. Wusste nicht, was er sagen soll. In eigene Sorgen vertieft. Handy auf lautlos. Einfach sehr müde.

Im Moment scheint das Licht nur auf dich. Weite es mit dem Schieberegler.

Unser Gehirn füllt Lücken — meist, indem es uns selbst in den Mittelpunkt stellt. Das ist kein Fehler, sondern ein alter Schutzreflex. Aber er liegt nicht immer richtig.

Probier das mal

Wann immer du denkst „das hat bestimmt mit mir zu tun“, halte inne und überlege dir drei andere mögliche Erklärungen. Du musst nicht wissen, welche stimmt.

Dritter Stein · Empathie

Was du siehst, ist nur die Spitze des Eisbergs.

Oberfläche
was man siehtIm Meeting hat er dich vor allen angefahren: „Das hat schon wieder nicht geklappt.“
vielleichtEr hat seit drei Nächten nicht richtig geschlafen.
vielleichtVor einer Stunde hat ihn sein eigener Chef zusammengestaucht.
ein Gefühl darunterEr hat panische Angst, als Versager dazustehen.
ein Bedürfnis ganz untenSich sicher und gut genug fühlen.

Empathie heißt nicht, das Verhalten gutzuheißen. Du kannst trotzdem Grenzen setzen. Aber neugierig zu sein auf das, was unter Wasser liegt, verwandelt Wut in Verständnis — und vor allem befreit es dich selbst.

Probier das mal

Frag dich bei jemandem, mit dem du dich schwertust, leise: „Welches Bedürfnis könnte hinter diesem Verhalten stecken?“ Du musst die Antwort nicht kennen. Neugier reicht.

Vierter Stein · Benennen

Was du benennst, hört auf, dich zu steuern.

Fünfter Stein · Nach innen schauen

Die Welle beginnt draußen, aber sie wächst in uns.

nicht berühren · nur schauen

Warte ein paar Sekunden, ohne den Bildschirm zu berühren oder die Maus zu bewegen. Wenn sich das Wasser beruhigt, siehst du dich selbst.

Wir können andere nicht ändern. Aber wir können unsere eigenen Reaktionen kennenlernen. Die eigentliche Reise führt nicht nach außen, sondern nach innen.

Morgendämmerung

Die Reise endet hier nicht. Sie beginnt jetzt.

Du nimmst fünf kleine Steine mit:

Zuhören, um zu verstehen Das Licht weiten Neugierig sein auf das, was unter Wasser liegt Benennen Nach innen schauen
Probier heute nur eine Sache.
Probier das mal

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